Gebt Opel noch eine Chance
Zuerst ist General Motors, dann die deutsche Tochter Opel wirtschaftlich ins Schleudern gekommen.
Schnell waren selbst ernannte Experten mit dem Vorwurf der verfehlten Modellpolitik zur Hand. Selbst schuld, hieß das – lasst sie untergehen.
Das ist nicht nur dumm, sondern auch ungerecht. Erstens hat nicht einmal GM seine Modellpolitik wirklich verfehlt: Man hat halt gebaut, was der US-Markt gebraucht und verlangt hat – große SUV, schwere Pick-ups. GM-Chef Rick Wagoner wäre zu Recht davongejagt worden, hätte er stattdessen Kleinwagen produziert, die ihm in den USA keiner abgekauft hätte. Und Opel hat in den letzten Jahren fast alles richtig gemacht, von vereinzelten Irrtümern einmal abgesehen.
Die Autos wurden immer besser, ihre Technik ist mustergültig umweltfreundlich. Das armselige Image haben die amerikanischen Manager zu verantworten, die von Detroit aus auf den Chefsessel in Rüsselsheim gehievt wurden: Sie hatten nur Kostensenkung im Blick, was jahrelang zu Qualitätsverschlechterungen geführt hat. Das ist jedoch längst überwunden. Opel hat noch eine Chance verdient.